Sie riecht tatsächlich wie eine alte Blumenvase, schon als Kind mochte er diesen Geruch nicht. Jetzt erinnert er Fernando an den Tod. Wenn der Tod weiblich wäre, würde er aussehen und riechen wie Tante Esmeralda.

Der dritte „Völxen“-Krimi

Wenn im Osterfeuer ein Leichnam schmort …

Wie findet man bei einem völlig verbrannten Leichnam das Alter heraus? „Des isch ganz oifach“, sagt Dr. Bächle. „Ma‘ sägt ’n in der Mitte durch und zählt die Ringe.“ Gestalten wie dieser gemütlich-makaber scherzende schwäbische Pathologe der hannoverschen Kripo sind es, die den Krimi“Totenfeuer“ von Susanne Mischke so vergnüglich machen. Der Fall selbst scheint schnörkellos: Aus dem lodernden Osterfeuer auf dem Vörier Berg schaufelt der Trecker eine verkohlte Leiche heraus. Ein Ex-Arzt ist es, der auf Eso- und Geistheiler umsattelte. So einige hatten etwas gegen ihn.

Zum dritten Mal tritt das Team um Kommissar Völxen in Aktion. Er selbst war beim Osterfeuer zugegen, wohnt ja wegen seiner Schafzucht im alten Bauernhaus bei Vörie – da fällt das Ermitteln gegen Nachbarn schwer. Und das Team hat auch einiges um die Ohren: Jule zürnt ihrem Liebhaber, Oda spioniert ihrer offenbar koksenden Tochter nach, Fernando muss für die Tante aus Spanien den Verlobten markieren. Dennoch kommen die Ermittlungen voran.

Gelungene Drehs, amüsant, spannend, viel Lokalkolorit, genau richtig für ein paar schöne Leseabende. (Evelyn Beyer, Neue Presse Hannover)

Totenfeuer

Taschenbuch

304 Seiten

ISBN: 978-3492259835

München: Piper

2010[/box]
[/one_third_last]

Meinungen

Silke Schröder, hallo-buch.de
Der dritte „Völxen“-Krimi

„Totenfeuer“ ist der dritte Krimi um das sympathische Team von der Kripo Hannover Mitte. Auch diesmal überzeugt Susanne Mischke wieder mit gut recherchierten Hintergrundinfos, viel Wissen über die hannoverschen Locations und einer stimmigen Story, die mit einer ordentlichen Portion Humor bis kurz vor Schluss noch alles offen lässt. Neben ihrer klassisch angelegten Krimi-Geschichte nimmt sie sich viel Raum, um ihre Charaktere weiter zu entwickeln. So ist Susanne Mischke mit „Totenfeuer“ wieder ein rundum gelungener Krimi aus Hannover geglückt – wozu noch auf den nächsten Hannover-Tatort warten, wenn man doch Susanne Mischke lesen kann?

Andreas Kurth, Juli 2011, Krimi-Couch
Wie gewohnt baut die Autorin einen gefälligen Spannungsbogen auf, der durch falsche Fährten, knifflige Vernehmungen und persönliche Befindlichkeiten immer wieder mit Nahrung gefüttert wird. Einmal mehr überzeugt Mischke mit gründlicher Recherche und der detailreichen Kenntnis der Gegebenheiten in Hannover und Umgebung. Dieser von ihr gewohnte Standard wird mit einer gut konstruierten Erzählung untermauert. Zwar betont die Autorin in einer kurzen Nachbemerkung ausdrücklich, dass es keine realen Vorbilder für die von ihr geschilderten Lebensgeschichten gibt, aber dass es solche oder ähnliche Biografien in Deutschland gab und gibt, ist ja kein Geheimnis. Selbst wenn man den Teil der Geschichte, in dem es um die Aneignung des Gutes im Dritten Reich geht, unberücksichtigt lässt, steckt genug Brisanz in der geschilderten Familiengeschichte. So genannte Altenteiler, die sich nahezu bis zum Lebensende ein Mitspracherecht auf landwirtschaftlichen Betrieben oder ehemaligen Höfen herausnehmen, dürften zu etlichen familiären Dramen führen – mehr darf hier nicht verraten werden. Auf jeden Fall ist die Erzählung für mich rundum glaubhaft und nachvollziehbar. Einmal mehr also ein echtes Lesevergnügen aus der Feder von Susanne Mischke – und ich freue mich jedenfalls auf eine weitere Episode mit dem knurrigen Völxen und seiner Truppe.

Keine Kommentare mehr möglich.