Der Ast bog sich weit nach unten, Paula sah es aus den Augenwinkeln. Die Knöchel ihrer Hände färbten sich weiß. Das tote Holz stöhnte unter seinem Gewicht.

Sie zwang sich in eine andere Richtung zu sehen, während sie auf das Geräusch von splitterndem Holz und das Aufschlagen eines Körpers wartete.

Max ist ein Wunschkind, ein hübsches Bengelchen mit Engelslocken. Und er ist ein wahrer Satansbraten. Bei seinem plötzlichen Verschwinden gerät die spießige Kleinstadt in Aufruhr, denn es ist der zweite Fall inherhalb kurzer Zeit. Allerdings trauert auch niemand so recht um ihn. Noch nicht einmal seine Mutter Doris, die sich schnell einen „Ersatz" sucht …

 

Mordskind

Taschenbuch

368 Seiten

ISBN: 978-3492258685

München: Piper

1996/2010


Meinungen

Gaby Hauptmann: Was ich gerade lese

Eine Übermutter (Doris) die nur putzt, backt und kocht, ist mit dem unglaublich biestigen Sohn Max bestraft. Ihr Gegenstück: eine total chaotische Journalistin – Mutter eines engelgleichen Wesens. Als Max eines Tages spurlos verschwindet, beginnt im Dorf eine Hexenjagd… Trotz der kriminalistischen Basis stehen für mich die amüsanten Mutter-Kind-Schilderungen im Vordergrund. Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen und mich kringelig gelacht.

Toms Krimitreff
Ein ausgezeichneter Kriminalroman

Man ist versucht das Buch an die Wand zu werfen, so sehr muss man sich darüber aufregen. Allerdings kratzt man es sofort wieder ab, streicht die Seiten gerade und verbittet sich jegliche Störung und Bemerkungen bzgl. der Kommentare, die man ununterbrochen von sich geben muss. Ein ausgezeichneter Kriminalroman.

Brigitte Nr. 21/1996
Es gibt nichts Schrecklicheres als das Alltägliche

Dass es nichts Schrecklicheres gibt als das Alltägliche, wissen Liebhaber angelsächsischer Krimis seit langem. Auch Susanne Mischke zeigt in ihrem neuen Roman die Doppelbödigkeit der Normalität. Das Buch handelt von einer kleinen deutschen Vorstadtgemeinde, die eines Tages durch das Verschwinden zweier Kinder in Angst und Schrecken versetzt wird. Einer der beiden ist Max, der kleine große Fiesling. Wer aber könnte die Kinder verschleppt haben? Im Ort beginnt eine Hatz auf alle und alles, was nur im entferntesten von der Normalität abweicht.

Susanne Mischke läßt uns die Bösartigkeit, die hinter den trauten Fassaden hocht, fast physisch spüren. Die Panik ergreift nicht nur ihre Figuren, sie überträgt sich auf ihre Leser und, ganz besonders, Leserinnen, die sich in der einen oder anderen der hier gezeichneten Mütter wiedererkennen dürften.