Gleich würde er ihr die Knöchel über Kreuz legen und stramm fesseln. Ich seufzte. Wenn er doch bloß mal mit mir …

„Den Pfeffer.“

„Das Leben ist zu kurz, um schlechten Sex zu haben“, sagt sich Valentine und verläßt den ehelichen Hort der Langeweile, um den schimanskiblauen Augen ihres neuen Nachbarn keinerlei Widerstand entgegenzusetzen.

Das bleibt ihrem Gatten nicht verborgen. Trotzdem kocht der in aller Seelenruhe Ente mit Trüffel. Führt er etwas im Schilde?

Als eine Leiche auf der Terrasse liegt, ist Valentines Sinn fürs Praktische gefragt.

 

Der Monscheinliebhaber

Taschenbuch

255 Seiten

ISBN: 978-3492260473

München: Piper

1999/2003

Meinungen

Michaela Grom, Südwestrundfunk Stuttgart, SWR 1, 23.06.1999
Susanne Mischke spielt geschickt mit den kriminalistischen Erwartungen — ohne sie einfach einzulösen

Spätenstens seit ihrem Roman „Mordskind“ läßt der Name Susanne Mischke Krimifans aufhorchen. In ihrem jüngsten Buch „Der Mondscheinliebhaber“ schlägt Susanne Mischke aber ganz andere Wege ein. Die Geschichte der solide verheirateten Valentine, die sich plötzlich in dern Öko-Vollkorn-Nachbarn verguckt und eine stürmische Affäre mit ihm beginnt, läßt zunächst alle Möglichkeiten offen. Warum bleibt Valentines Ehemann Frank zunächst so gelassen gegenüber den Seitensprüngen seiner Frau und brutzelt in aller Seelenruhe weiter seine Lieblingsgerichte? Warum wird Valentine ausgerechnet nach diesen Gerichten so schlecht? Kann das Zufall sein? Zu allem Überfluß liegt plötzlich vor Valentines Füßen eine Leiche, die beseitigt werden muß. Susanne Mischke spielt geschickt mit den kriminalistischen Erwartungen — ohne sie einfach einzulösen. Sie schreibt hintergründig und mit einer gehörigen Portion schwarzen Humors — und jeder kriegt sein Fett ab: die etablierten Frauen Ende Dreißig mit ihren romantischen Wunschträumen, die erfolgsgewohnten Macher, die ewigen Weltverbesserer von der Müsli-Fraktion. Gut gemachte Unterhaltung, spannend, witzig und klug.

al gore, SPOT - Magazin der Tauber-Zeitung
LCS?

„Das Liebesleben der Vorzeigepaare ist meistens langweilig“, heißt ein Statement in Susanne Mischkes Roman „Der Mondscheinliebhaber“. Und damit man was dagegen tun kann, wird auch gleich das LCS-Syndrom ins Spiel gebracht. LCS? Life-changing-Sex!

Ja, ja — die Künstler: Das Leben ist zu kurz, um schlechten Sex zu haben, sagt sich die Malerin Valentine, als sich im ehelichen Schlafzimmer nichts Aufregendes mehr tut und stöckelt hinüber zum neuen Nachbarn Ludwig: Philosoph, Gesundheitsapostel, arbeitsscheu und unzuverlässig, aber ausgestattet mit wunderbaren blauen Augen und einer göttlichen Figur. Klar, daß diese Liaison Valentines Gatte Frank nicht lange verborgen bleibt. Doch der widmet sich unverdrossen seiner Leidenschaft, kocht Ente mit Trüffel, Lamm in Kräuterkruste, Mousse au Chocolat. Plant er etwas? Bald lernt Valentine, daß der Mensch des Menschen Feind ist und die größte Bestie in einem selber steckt. Als plötzlich eine Leiche auf der Terrasse ihres Geliebten liegt, kommt nicht nur Valentines kreative Ader, sondern auch ihr Sinn fürs Praktische voll zur Geltung …

Frau im Spiegel 06/1999
Eine köstliche Komödie über die Liebe und andere menschliche Schwächen.

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