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Piper Verlag. Monika Reile . Tel. 089 - 38 18 01 475 . E-Mail: monika.reile@piper.de

   
   

Liebeslänglich

 

Einen Mörder zu lieben kann tödlich sein.

Im Wartezimmer einer Arztpraxis lernt Mathilde einen Mann kennen, der eine umheimliche Faszination auf sie ausübt: Er trägt Handschellen und wird von zwei Beamten bewacht. Neugierig läßt sich die unabhängige und eigenwillige Frau auf die gefährliche Liebe zu einem inhaftierten Mann ein, und trotz aller Warnungen heiratet sie den zu lebenslanger Haft verurteilten Mörder Lukas Feller. Doch kurz darauf steht dieser vor ihrer Tür - neue Beweise belegen angeblich seine Unschuld.

Ungefragt zieht er bei ihr ein, und für Mathilde beginnt ein Höllentrip . Viel zu spät fragt sich Mathilde, wer jener Fremde eigentlich ist, den sie so überstürzt in ihre Leben gelassen hat.

Auch in ihrem neuen Gänsehaut-Krimi versteht Susanne Mischke es meisterlich zu fesseln: Eine Frau verliert sich in der lebensgefährlichen Liebe zu einem Mörder und riskiert damit, sein nächstes Opfer zu werden.

 

broschiert
304 Seiten

München: Piper 2006

ISBN: 978-
3492250597

 

Liebeslänglich. Roman von Susanne Mischke.
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Meinungen - Rückmeldungen

Liebling des Monats
Susanne Mischke, Krimiautorin

Bayern, die es nach Hannover verschlägt, sind entweder Eishockey-Trainer oder Krimiautoren. Susanne Mischke, ebenso wie Scorpions-Trainer Hans Zach im Allgäu geboren, lebt seit 2002 südlich von Hannover. Das ehrt uns Hannoveraner schon, wenn jemand von „dort unten" die sich „geduckt ins Grün" anschmiegende Landeshauptstadt als Wohnsitz aussucht. Nicht nur als Wohnsitz, sondern auch als Schauplatz ihres neuen Kriminalromans „Liebeslänglich".

 

Zwischen Linden und List, Döhrener Turm und JVA Hainholz, Kanzler-Viertel und Knast bewegt sich Romanheldin Mathilde. Dieser scheinbar so unabhängigen Frau gerät das Leben aus den Fugen: Sie verliebt sich in einen zu lebenslanger Haft verurteilten Mörder. Sie heiratet ihn. Wovor soll sie sich auch fürchten? Doch dann kommt er frei. Und dem Leser bleibt nichts anderes übrig als weiterzulesen – bis zum überraschenden Ende, fernab von Hannover.
Prinz Hannover, Januar 2007


Eigentlich entscheidet Mathilde nie aus dem Bauch heraus. Aber diesmal ist sie rettungslos verliebt - in einen inhaftierten Verbrecher. Allzu rasch gibt sie ihm ihr Jawort, weil sie glaubt, daß er der Richtige ist. Bis er plötzlich vor ihrer Tür steht...

Autorin Susanne Mischke beweist einmal mehr, dass sie ihre Leserschaft gnadenlos in den Bann ziehen kann und ein Plot von rund 260 Seiten eine Nacht zum Tag macht. Von der ersten Seite an fühlt der Leser sich wohl im Plot und genießt mit der Hauptprotagonisten Liebe, tiefe Gefühle und kribbeln

 

im Bauch. Erst nach und nach und mit starkem psychologischem Aufbau beginnt beim Leser und der Protagonistin die Gänsehaut aufzuziehen und mit jeder Seite läuft der Plot in eine grausige Story über mit einem erbarmungslosen Menschen, der wirklich über Leichen geht. Liebe macht Blind und ein Krimi mit Susanne Mischke bedeutet eine schlaflose Nacht. Fazit: Atemlose Spannung bis zur letzten Seite. Sehr empfehlenswert!

www.deutsche-krimi-autoren.de


Interview auf der Frankfurter Buchmesse als Podcast

Das Literaturcafé interviewte auf der Frankfurter Buchemesse 2006 Susanne Mischke zu ihrem neuen Roman "Liebelänglich".

 

Das gesamte 20-minütige Interview ist auf www.literaturcafe.de als Podcast zu finden. Sie können es sofort anhören oder downloaden.


Man sollte keinen Mörder heiraten. Krimi

Mathilde Degen ist 42 Jahre alt, Lehrerin und eine Frau des direkten Wortes: "Wenn Sie etwas gegen Leistung haben, sollten Sie Ihren Sohn in die Waldorfschule schicken. Dann kann er am Ende der Zehnten vielleicht schon seinen Namen tanzen." Das ist eine Äußerung, die sich nicht jede Lehrerin einer Privatschule erlauben kann. Mathilde kann. Denn sie ist gut in ihrem Job. Ohnehin ist sie für halbe Sachen nicht zu haben, eine echte Herausforderung entspricht schon eher ihrer etwas eigenbrötlerischen Mentalität.

Vielleicht kommt sie deshalb auf die dümmste und schlimmste Idee ihres Lebens: Einen Mörder zu heiraten. Allerdings ist Lukas Feller auch ein charismatischer Mann: Markantes Gesicht, leicht angegraute Schläfen, spöttische Mundwinkel. Kennen gelernt hat sie ihn beim Kardiologen, wo er in Handschellen auf die Untersuchung wartete und sie ansprach: "Sind Sie herzkrank?" "Wohl kaum." "Was macht Sie da so sicher? "Steine werden nicht krank. -

 

Und Sie?" "Ich auch nicht. Ich habe kein Herz. Ich bin ein Mörder." Und es kommt, wie es nicht kommen sollte: Die beiden werden ein Paar. Eigentlich kein schlechtes Arrangement für die eigenwillige Mathilde: Sie kann trotz des Ehestands ihr altes Leben weiter leben, denn schließlich hat ihr Mann auf Jahre hinaus ein sicheres Plätzchen - bis er aufgrund einer veränderten Indizienlage frei gelassen und der Prozess noch einmal aufgerollt wird.

Susanne Mischke hat sich schon in anderen Romanen dem Bösen gewidmet. Dem, was man von Grund auf böse nennt. Lukas Feller ist böse. Unheilbar. Und wenn man als Leser auch nicht weiß, was genau er gegen Mathilde im Schilde führt, so weiß man mit Sicherheit, es wird etwas geschehen. Und Susanne Mischke hat einen ungemein spannenden Thriller geschrieben, der auch in sprachlicher Hinsicht über dem Mainstream liegt.

Berliner Morgenpost vom 20. Oktober 2006. bix


Das Böse steckt in jedem von uns

Susanne Mischke (46) studierte Anfang der Achtziger Jahre eigentlich BWL in Kempten und war danach als Schauspielerin und Journalistin unterwegs. Im Jahr 1994 veröffentlichte sie ihren ersten Roman "Stadtluft", einen satirischen Krimi rund um die Stadt Berlin. Im Jahr 1996 erschien ihr Roman "Mordskind", 1997 das Kriminalhörspiel "Die Witwen". Der Erfolg als Krimiautorin verhalf ihr zu zwei Drehbüchern, die sie Ende der Neunziger für die RTL-Serie "Alarm für Cobra 11" schrieb. Susanne Mischke zählt heute zu den wichtigsten Krimiautoren der Bundesrepublik. Ihr neuestes Buch "Liebeslänglich", selbstverständlich ein Kriminalroman, handelt von einer jungen Frau, die sich in einen Mörder verliebt. Susanne Mischke besuchte für diesen Roman für einen Tag sogar ein Gefängnis und ließ sich einsperren. Interessant ist, dass der Roman in Hannover spielt...

Frau Mischke, Ihr neuer Kriminalroman "Liebeslänglich" greift eine interessante Thematik auf. Frauen, die auf Mörder stehen, sogenannte "prison groupies". Was sind das für Frauen?
"Prison groupies" wissen genau, worauf sie sich einlassen. Ganz gezielt suchen sie nicht nur den Kontakt, sondern die enge Beziehung zu einem Häftling im Gefängnis. Erst schreiben sie ihm Briefe, dann besuchen sie ihn - und schließlich lieben sie ihn mit Haut und Haar - und vor allem mit seiner ganzen, bösen Vergangenheit. Vielleicht, weil er so "anders", wohl auch, weil er unerreichbar ist... vorerst zumindest.

Wieso vorerst?
Naja, eine solche Liebe kann sehr bequem sein, zumindest, so lange der Geliebte sicher hinter "schwedischen Gardinen" sitzt. Eine solche Liebschaft kann aber auch sehr gefährlich werden, dann nämlich, wenn das Objekt der Begierde ganz unerwartet den Knast verlässt.

So wie in Ihrem Roman...
Richtig.

Diese Frauen bzw. Ihre Hauptfigur Mathilde wissen worauf sie sich einlassen. Eigentlich selbst schuld, wenn etwas passiert, oder?
(lacht) Das stimmt schon. Aber Leute, die "richtig" ticken, sind ja auch nicht so interessant. Die Schuldfrage stellt sich hier weniger, eher die nach den Ursachen. Oft handelt es sich dabei um Frauen, die als Kind und Jugendliche selbst Gewalterfahrungen machen mussten oder Gewalt als Konfliktlösung vorgelebt bekamen. Den gewalttätigen Vater als Vorbild muss ein Mann in ihren Augen "hinlangen" können, sonst ist er keiner. Dann gibt es natürlich auch die Frauen, die am Helfersyndrom leiden und sich gerne für den armen Häftling aufopfern wollen. Aber weshalb gerade Mörder in den Augen vieler Frauen besonders attraktiv sind, liegt wohl daran, dass jeder von uns schon mal gerne jemanden umgebracht hätte, oder nicht?

Gute Frage, denken Sie das?
Kommen Sie, wir haben uns nur nicht getraut. Aber da sitzt nun einer vor einem, der hat getan, was man selbst nicht wagte ... Es ist also auch durchaus ein Spiel mit dem Feuer. Sind wir nicht alle fasziniert von einer blutrünstigen Bestie - so lange sie sicher hinter Gittern zu bestaunen ist?

Vielleicht gibt das manchen einen gewissen Kick?

Im Falle von Mathilde kann ich das eindeutig bejahen. Aber ich behaupte, dass jeder Mensch im Grunde dazu fähig ist, jemanden zu töten. Man muss nur den richtigen Nerv treffen, ich bin mir sicher.

Mathilde ist aber doch sehr rational und auf Ordnung bedacht. Fast schon ein bißchen langweilig.
Finde ich nicht, ich mag den rationalen, beherrschten Frauentyp sehr gerne. Irgendwo finde ich mich zu Teilen selbst in Mathilde wieder. Außerdem ist Mathildes Ordnungsfimmel nur Makulatur. Sie hat ja durchaus ihre irrationalen Ticks, man denke nur an ihr "Laster", die Tarotkarten. Im geheimen sehnt sie sich doch nach etwas Chaos in ihrem Leben - und bekommt es prompt im Übermaß.

Um "Liebeslänglich" letztlich zu Papier zu bringen, haben Sie umfangreich recherchiert, Sie waren sogar selbst im Gefängnis, stimmt das?
Das stimmt, einen Tag war ich wie eine Gefangene in der JVA in Sehnde. Die Nacht war in Ordnung, trotz der harten Matratze. Schlimmer war der Tag. Man ist absolut

 

fremdbestimmt. Andere bestimmen, was man wann tut. Was man isst und trinkt, wann man duscht. Was man liest. Was man arbeitet. Und überall Türen, Schleusen, Schlösser. Und dann die Vorstellung, dass bei den Inhaftierten ein Tag wie der andere so verläuft und dabei die Lebensuhr abläuft. Schon hart.

Viele Menschen sagen, dass es Gefangene heutzutage viel zu gut hätten...
Es besteht kein Anlass zum Neid. Wenn eine JVA eine schöne Sporthalle hat, macht das das Leben darin nur bedingt erträglicher. Knast ist eine Strafe, eine recht harte sogar.  Um nicht falsch verstanden zu werden. In den allermeisten Fällen ist die Haft wohl auch die der Tat angemessene Strafe - besonders bei Mord, Totschlag Vergewaltigung und ähnlichen Delikten am Menschen. Da gibt es Opfer, und da ist Mitleid für den Täter völlig fehl am Platz. Aber auch wenn unsere Gefängnisse größtenteils einigermaßen menschenwürdig ausgestattet sind - es wird wohl kein Häftling den Aufenthalt darin genießen.

Die gesamte Geschichte spielt interessanterweise ja in und um Hannover. Ist eigentlich ja mal was Neues, nicht immer nur Berlin, Frankfurt, München oder Köln...
Das war für mich nicht vorrangig. Ich habe auf zu viele Details in bezug auf Hannover verzichtet. Den Leser interessiert in erster Linie die Handlung. Wenn der Leser zudem aus Hannover kommt, wird er an der ein oder anderen Stelle schmunzeln, wenn er "Zooviertel", "Eilenriede" oder "Ricklingen" liest. Das ist irgendwo auch das Schöne an dem Roman.

Aber Gründe für Hannover muss es doch bestimmt gegeben haben...
Natürlich, schließlich lebe ich ja quasi hier. Ausserdem ist Hannover ja, was Mörder angeht, nicht ganz unvorbelastet, wenn ich auf Fritz Haarmann verweisen darf.

Stimmt, da gab es ja vor zehn Jahren auch einen Film mit Götz George. Diese Art von Mörder fällt dann aber unter den Begriff "Psychopath", wie ist das in Ihrem Roman?
Ich will nicht zuviel verraten. Wenn man Mörder klassifiziert, kann man grob in Mörder der Kategorie "Hannibal Lector" und in "Dumpfbacken" unterscheiden. Die wenigsten fallen allerdings in die erste Kategorie...

Was lesen Sie privat?
Sie werden es nicht glauben, aber ich lese auch privat Krimis! Ausserdem gibt es regelmäßige Stammtische, bei denen ich viele Kolleginnen und Kollegen treffe. Da tauscht man sich aus und erfährt den ein oder anderen Buchtipp.

Ich habe gelesen, dass Sie Drehbücher für die RTL-Serie "Alarm für Cobra 11" geschrieben haben. Hat das für Sie persönlich Zukunft?
Ich bin damals dazu gekommen wie man so schön sagt wie die Jungfrau zum Kind. Eine Bekannte von mir hatte mich damals gefragt, ob ich denn nicht ein Drehbuch für besagte Serie schreiben bzw. mitschreiben wolle. Der Produzent war schließlich überzeugt und so sind es insgesamt zwei Folgen geworden, die Ende der Neunziger verfilmt wurden. Das war für mich aber eher ein Intermezzo, Kriminalromane liegen mir schon eher.

Aber würden Sie nicht gern mal einen ihrer Romane verfilmt sehen?
Ja und nein. Die wenigsten Zuschauer realisieren, wer den Roman zu einem Film geschrieben hat, insofern ist der Reiz für mich nicht so groß. Aber ich würde mich dennoch freuen und sicherlich geehrt fühlen, wenn ein Roman, den ich geschrieben habe, so sehr Anklang findet, dass er verfilmt wird. Das ist ja im Falle meines Romans "Mordskind" aus dem Jahre 1996 geschehen, der 2001 als "Paulas Schuld" vom ZDF verfilmt wurde. Worüber ich mich aber noch viel mehr gefreut habe oder vielmehr gespannt war, war die Theaterinszenierung meines Buches "Die Eisheilige". Im Theater lässt sich die Publikumsresonanz auf direktem Wege wiedergeben.

Ich bedanke mich für dieses Gespräch.
Hat mich gefreut.

Quelle: www.hannover-guide . Bijon Chatterji


Susanne Mischkes neuer Hannover-Krimi

Frauen, die Knackis lieben

Susanne Mischke im Interview zu "Liebeslänglich"Susanne Mischke ist eine der besten deutschen Krimiautorinnen. Seit gut vier Jahren wohnt sie nah bei Hannover – und in Hannover, genauer in der hiesigen Justizvollzugsanstalt, spielt ihr neuer Krimi „Liebeslänglich".

VON EVELYN BEYER


Eine Frau verliebt sich in einen Knacki, einen Mörder – gibt's das wirklich?
Viel öfter, als man denkt. Ich habe erstmals bei einer Knastführung bei einem Autorentreffen von diesen sogenannten Knast-Groupies gehört. Dann habe ich recherchiert und fand das Thema spannend – es ist auch nicht so abgegriffen wie andere Krimi-Themen.

Haben Sie selbst ein Knast-Groupie kennengelernt?
Nicht persönlich. Aber eine befreundete Journalistin hat ein Radiofeature über das Thema erarbeitet, in dem auch Frauen zu Wort kommen, die sich in Häftlinge verliebt haben. Da gibt es einige sehr heftige Beispiele: Eine Frau, die sich gerade hat scheiden lassen wegen der Gewalttätigkeit ihres Mannes, verliebt sich in einen Gewalttäter.

Was treibt diese Frauen?
Ich denke, ein Teil war von Kindheit an Gewalt ausgesetzt war und kennt keine andere Form der Problemlösung. So jemanden wollte ich nicht gern als Hauptfigur. Mathilde ist eine selbstständige, energische Frau, die aber Macken im Kontakt mit anderen hat. Ein Mann, der ihr zärtliche Briefe aus dem Knast schreibt, der sicher verwahrt und dabei doch ihr Mann ist: Das ist attraktiv für sie.

Sie zitieren auch Liebesbriefe – wie authentisch sind die?
Im Internet habe ich Kontaktanzeigen aus dem Knast gefunden, und Antworten darauf. Auffällig ist, wie sehr

 

die Frauen bereit sind, an die Unschuld des Häftlings zu glauben. Und wie oft die Verurteilten sich als vom Schicksal schlecht Behandelte sehen, wie hoch der Faktor Selbstmitleid ist, während die eigene Verantwortung für die Tat nicht eingesehen wird.

Sie haben auch vor Ort recherchiert?
Als die Justizvollzugsanstalt Sehnde gerade fertiggestellt war, gabs zur Einweihung einen Publikumstag, da habe ich dort übernachtet. Das Bett war hart, der Tee schrecklich dünn – aber wir wussten ja: Es ist nur für eine Nacht. Das ist schon anders als bei den Häftlingen.

In Ihrem Buch kommen Frauen als Schließerinnen vor – auch im Männertrakt.
Ja, das hat mich selbst erstaunt. Im Fernsehen sind Schließer meist so Brutalos –tatsächlich gibt es viele Frauen, es ist auch ein sehr interessanter Beruf, aber natürlich schon tough. Aber man berichtet, dass Frauen einen guten Einfluss haben auf die Atmosphäre, dass die Männer sich öfter waschen und weniger Knastausdrücke benutzen.

Sie haben früher in Darmstadt gewohnt und darüber ge­schrieben – sind Sie jetzt auch schriftstellerisch ganz in Hannover angekommen?
Es ist ja nach Wölfe und Lämmer schon mein zweiter Krimi aus der Region. Es passt auch in die Landschaft der Krimiliteratur: In Darmstadt, mit der Nähe zu Frankfurt, war ich eher eine unter vielen. In Hannover aber gibts im Sektor psychologischer Gegenwartskrimi noch nicht so viele Autoren.

Liebeslänglich – Das Buch
Ordnung, Ehrbarkeit und Disziplin – diese Tugenden zählen in Mathildes Leben. Trotzdem verliebt sich die Lehrerin in einen Häftling. Aber schließlich ist es nicht irgendein Knasti, sondern ein Persönlichkeitstrainer, der seine Frau umgebracht haben soll, dessen Ausstrahlung Mathilde aber nach der ersten Begegnung nicht mehr loslässt. Und weil sie die Extravaganzen liebt und gern mal mit dem Kopf durch die Wand geht, heiratet sie Lukas – obwohl es sie den Job kostet. Doch als er plötzlich vor ihrer Tür steht, weil neue Beweise angeblich seine Unschuld belegen, beginnt für sie ein Höllentrip.
Und da der Leser immer ein bisschen mehr ahnt als die liebesblinde Mathilde, verfolgt man ihren zielstrebigen Gang in die Falle mit einer gewissen Gänsehaut. Wie sie sich emotional verstrickt, das ist so plausibel wie packend erzählt. Hochspannung mit schlüssigen Charakteren, Einblicken ins Knastleben, witzigen und tragischen Einsprengseln, wo es um Mathildes Hippie-Mutter und herrische Großmutter geht: Susanne Mischke in Hochform. Hannover scheint ihr gut zu bekommen.
Hannoversche Neue Presse. 28.09.2006. S. 27. lyn/*****


Warum lieben Frauen Mörder? 
In dem neuen Psychothriller Liebeslänglich erzählt Susanne Mischke von einer ganz gefährlichen Liebschaft. 

Man nennt sie "prison groupies": Frauen, die auf Mörder stehen. Sie wissen genau, worauf sie sich einlassen. Ganz gezielt suchen sie nicht nur den Kontakt, sondern die enge Beziehung zu einem Häftling im Gefängnis. Erst schreiben sie ihm Briefe, dann besuchen sie ihn - und schließlich lieben sie ihn mit Haut und Haar - und vor allem mit seiner ganzen, bösen Vergangenheit. Vielleicht, weil er so "anders", wohl auch, weil er (vorerst) unerreichbar ist. Eine solche Liebe kann sehr bequem sein, zumindest, so lange der Geliebte sicher hinter "schwedischen Gardinen" sitzt. Eine solche Liebschaft kann aber auch sehr gefährlich werden, dann nämlich, wenn das Objekt der Begierde ganz unerwartet den Knast verlässt. Nichts anderes passiert Mathilde in Susanne Mischkes neuestem Psychothriller Liebeslänglich.

Der Mann ihres Lebens
Dabei scheint die 42jährige Mathe- und Physiklehrerin, die Susanne Mischke zur "Heldin" ihres Krimis auserkoren hat, alles andere als besonders empfänglich für ein unkalkulierbares Spiel mit dem Feuer. Noch weniger ist sie eigentlich der Typ Frau, der zum naiven prison groupy mutieren könnte. Bis sie eines Morgens im Wartezimmer ihres Arztes Lukas Feller begegnet. Gleich nach den ersten Worten weiß sie, dass er der Mann ihres Lebens ist. Es schockt sie nicht einmal, dass Lukas ihr gesteht, ein zu lebenslanger Haft verurteilter Mörder zu sein. Mathilde, die gern alles aufgeräumt und übersichtlich hat, lässt sich auf das Wagnis einer Beziehung mit ihm ein, heiratet ihn sogar. Wenige Wochen später wird Lukas unverhofft aus dem Gefängnis entlassen. Neue Beweise widerlegen seine Schuld. Für Mathilde widerlegen sie allerdings bald die Illusion, dass ihr Leben an der Seite dieses Mannes weiterhin geordnet und geregelt bleiben könnte. In einem ganz anderen als dem üblichen Sinn entpuppt sich Lukas allmählich als der Mann ihres Lebens. Und plötzlich befindet sich Mathilde mittendrin in einem Höllentrip, aus dem es keinen Ausweg mehr zu geben scheint... 

Das ganz alltägliche Böse
Susanne Mischke ist die Meisterin des ganz alltäglichen Horrors. Gern zeigt sie, wie leicht jede Frau auf einen solchen Trip geraten kann. Eine seltsame Nachbarin, ein schwieriges Kind, ein Sommerhaus in einer einsamen Gegend - mehr braucht die aus dem beschaulichen Allgäu gebürtige Autorin nicht, um in ihren Büchern einen Alptraum á la Hitchcock zu inszenieren. Gänsehaut ist denn auch das übliche Gefühl, das einen beim Lesen ihrer bislang zehn Krimis (u.a. Mordskind, Das dunkle Haus am Meer, Wölfe und Lämmer) befällt. Unerbittlich gräbt sich die inzwischen bei Hannover lebende Mischke in die Untiefen der menschlichen Psyche ein, um das Böse, das in jedem steckt, hervorzukitzeln.
In Liebeslänglich, ihrem neuesten Thriller, greift sie zudem ein Thema auf, das gesellschaftspolitisch äußerst brisant ist. Zwar stammt die bislang über "prison groupies" zugängliche Fachliteratur ausnahmslos aus den USA, doch ist das Phänomen auch bei uns weit verbreitet. Frauen, die Verbrecher lieben, gibt es im Umfeld deutscher Strafvollzugsanstalten Jahr für Jahr mehr. Erforscht ist das hierzulande allerdings noch fast gar nicht. "Mich hat einfach interessiert, warum die übelsten Typen oft die hübschesten Frauen haben", umreißt Susanne Mischke denn auch die Ausgangsidee zu ihrem neuen Buch. 

Für Schokolade morden
Um dem Phänomen auf den Grund zu gehen, hat sie direkt vor Ort in der Justizvollzugsanstalt Sehnde recherchiert. Eine Nacht verbrachte sie sogar selbst in einer Gefängniszelle: "Das Bett war hart, es gab nur dünnen Tee - abends um zehn hätte ich für Schokolade morden können", so beschreibt sie ihr Knastgefühl. In zahlreichen Gesprächen mit Gefängniswärtern und Psychologen wurde ihr bestätigt, was sie nach Lektüre der amerikanischen Fachliteratur schon erwartet hatte: So eine Knastliebe "kann sehr bequem sein: Der Mann hört zu, schreibt schöne Briefe, ist gut aufgehoben - und will keinen Sex." Wenn er dann aber plötzlich vor der Tür steht, kann es mit der Bequemlichkeit ganz schnell vorbei sein, wie ihr Psychothriller Liebeslänglich trefflich belegt.