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Die Eisheilige

 

Sophie ist eine ganz Stille — aber stille Wasser sind bekanntlich tief. Sie besitzt viele Talente, z. B. die Gabe, mit ihren Kleiderkreationen farblose Nachbarinnen in echte Schönheiten zu verwandeln, oder auch, ihren Mitmenschen erfolgreich den Tod zu wünschen. Mit Sophie Kamprath hat Susanne Mischke eine Frau geschaffen, die mit Phantasie und Eigensinn durchs Leben geht. Ihre Geschichte voll Witz und Bosheit verspricht kurzweiliges Lesevergnügen.

Die Eisheilige wurde unter dem Titel "Die kalte Sophie" in der Schweiz als Theaterstück inszeniert und aufgeführt.

Mehr zu der Theaterinszenierung

 

Hardcover
289 Seiten

ISBN: 978-
3492040518

München: Piper
1998

Taschenbuch
293 Seiten

ISBN: 978-
3492230537

München: Piper 2002

 

 

Die Eisheilige
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Meinungen - Rückmeldungen

Unterhaltsam, boshaft, nachdenklich, kurzweilig und spannend

Worum geht's?
Um ein salbeigrünes Kleid, dreizehn geknickte Rosen, die Inkontinenz einer später friedlich verstorbenen Frau sowie die Frage, was das alles mit Sophie Kamprath und mehreren Leichen zu tun hat. Die Kripo wüßte das jedenfalls sehr gerne. Schade, dass die Beamten so wenig vom Tratsch der Nachbarinnen mitbekommen. Denn die hätten da eine interessante Antwort.
Hauptdarsteller:
Sophie Delp, verheiratete Kamprath. Sie ist zwar mit fast einsachtzig und Schuhgröße 42 eine imposante Erscheinung, an sich aber eher still. Ehemann Rudolf - ein Oberstudienrat, der zuhause den Kotzbrocken gibt - schätzt ihre Unterwürfigkeit. Bis zur Heirat ist Sophie eine begnadete Tierpräparatorin. Als Ehefrau darf sie wenigstens noch für die Nachbarschaft nähen. Die liebt ihre kühnen Kleider-Kreationen und ihre vermeintliche Fähigkeit, störenden Zeitgenossen den Tod herbeizuwünschen.
Nebendarsteller:
Dorothea "Dotti" Weinzierl, abergläubisch und hauptberuflich Nachbarin! Sie hat von ihrem Fenster aus alles im Blick - auch Sophies Nähzimmer. Axel Kölsch - Sophies Anwalt. Ihm werden von Tag zu Tag die Frauen unheimlicher, die ihn umgeben. Zum Beispiel seine Chefin Karin Mohr. Zum Beispiel Kriminal-Oberkommissarin Claudia Tomasselli. Privat hat sie ein Auge auf Axel geworfen. Dienstlich findet sie, daß es ein paar Leichen zu viel in Sophies Umgebung gibt.

 

 

Schauplatz:
Eine ruhige Straße in einem gediegenen Stadtviertel mit gepflegten Häusern und gepflegten Gärten. Auch der Tratsch wird gepflegt. Dass es Darmstadt ist, tut nichts zur Sache. Aber Sophies spezielle Gabe, die ist für manche Nachbarin besonders interessant.
Dialoge:
Viel Tratsch außerhalb des Treppenhauses. Gerne auch mal beim Kaffee. Leser, die hinhören, erfahren manches eher als die Kripo.
Gruselfaktor:
Immer wieder fröstelt es beim Lesen, und das nicht etwa, weil die Geschichte im Winter passiert.
Herz-Schmerzfaktor:
In Liebesdingen muß die Polizei schon mal nachfragen. Zum Beispiel: Warum hat Sophie ihren Mann nicht vermißt gemeldet? Die Antwort: Weil sie ihn nicht vermißt hat!
Fazit:
"Die Eisheilige" von Susanne Mischke bietet eine ungewöhnliche Mixtur. Unterhaltsam, boshaft, nachdenklich, kurzweilig und spannend. Wir erfahren viel über das Zusammen- oder Nebeneinanderleben von Menschen: als Ehepaar, Liebende, Nachbarn, Geschwister oder Kollegen. Alle Figuren sind mit sehr viel Liebe und dezentem Witz gezeichnet, selbst die Kotzbrocken. Aber die Sympathien gehören eindeutig Sophie. Und wir lernen wieder einmal, daß ein guter Krimi erst auf der letzten Seite endet, egal, wie viele Täter vorher ermittelt wurden.

WDR 2. "Crime-Time", 14.07.2000, vorgestellt von Elke Schiedek


Denn die Realität ist unglaubwürdiger und merkwürdiger als jede Erfindung

Schlechten Autoren wird oft vorgeworfen, die Figuren seien "Abziehbilder", "Klischees", und was dergleichen abwertende Begriffe mehr sind. Natürlich kann der Kritiker meistens nicht sagen, wie man es hätte bessser machen sollen: Die Figuren sind nun einmal, wie der Autor sie geschaffen hat, sie sind halt nicht "lebendiger" oder "lebensnäher" - wobei man diese positiven Bezeichnungen nie zu definieren versucht. Wozu auch? Für einen Verriß reicht es allemal, es scheint ohnehin jeder zu wissen, was gemeint ist.
Mit der Eisheiligen liegt nun ein positives Modell vor, der Kritiker kann in Hinkunft sagen: "Ach, wenn doch die Figuren so wären wie bei Susanne Mischke...!" Die nämlich sind "lebendig" und "lebensnah". Jeder, der das Buch gelesen hat, weiß hinfort, was damit gemeint ist. Woran liegt das? Sie werden sich wundern: An der relativen Unglaubwürdigkeit der Figuren. Die Heldin Sophie Kamprath ist Tierpräparatorin; dieser nicht eben häufige Beruf verknüpft sich bei ihr mit Analphabetismus, damit ist sie wahrscheinlich die einzige Person mit dieser Merkmalskombination im ganzen deutschen Sprachraum - so was von ausgedacht, ist man versucht zu sagen, aber:

 

Diese Sophie Kamprath wird so geschildert, daß der Leser schon nach ein paar Seiten den gegenteiligen Verdacht hegt: diese Figur hat ein reales Vorbild. Denn die Realität ist unglaubwürdiger und merkwürdiger als jede Erfindung.
Im vorliegenden Roman gilt das auch für alle anderen Figuren. Die absolute Merkwürdigkeit setzt sich vom Personal fort zur Handlung, die Elemente des Krimis, der Romanze, der Phantastik aufweist - in einer so "ausgedachten" Art, daß man wieder versucht ist, einen realen Kern von Begebenheiten anzunehmen. Mit einem Wort: was da auf knapp dreihundert Seiten steht, ist ungewöhnlich, weicht vom Schema ab, besonders vom Schema der gegenwärtig leider schon zentnerweise produzierten Frauenliteratur.
Ist es spannend? Unbedingt! Humor? Genug! Lehrreich? Aber ja doch — wenn Sie zum Beispiel einmal in die Verlegenheit kommen sollten, einen Hirsch zu zerlegen: Hier ist die Anleitung.
All dies zusammen hat mich veranlaßt, kein Sterbenswort von der Handlung zu verraten; jedes Wort darüber würde das Lesevergnügen trüben, dem sich doch hoffentlich viele von Ihnen hingeben werden, liebe Hörerinnen und Hörer (auch für Männer: absolut lesbar!)

ORF Vorarlberg 02.09.1098: Das Buch der Woche


Ein richtig schön gemeiner Roman.

... Sophie, vom Gatten unterdrückt, beginnt sich zu emanzipieren. Und dabei fällt, wie öfter mal, wenn Frauen immer klüger werden, die eine oder andere Leiche an.

Brigitte

 

Leichendämmerung: Auf jeden Fall amüsant.

Ihren Psychokrimi "Mordskind" hat man noch in guter Erinnerung. Jetzt produziert Susanne Mischke gleich den nächsten Roman, ihren vierten, mit leichter Hand geschrieben, leichten Sinns zu lesen. ... Verwirrend finden Sie das [die Geschichte]? Ist es. Und auf jeden Fall amüsant.

Buch Journal, Juli 1998


Voller Witz und Bosheit

Pankratius, Servatius, Bonifatius und die "kalte Sophie"- das sind die sogenannten Eisheiligen. Wenn der Frühling schon mal bei uns reingeschaut hat, kommen Mitte Mai nocheinmal ein paar kalte Tage. Und so manches zarte Pflänzchen fällt dem Frost der Eisheiligen zum Opfer. Vielleicht hat Autorin Susanne Mischke daran gedacht, als sie ihren Krimi "Die Eisheilige" genannt hat. Die Hauptperson heißt nämlich Sophie!
Voller Witz und Bosheit beschäftigt sich Susanne

 

Mischke in ihrem Roman "Die Eisheilige" mit den Untiefen der Ehe und den Rachegelüsten der Ehefrauen. Mit spitzer Feder karikiert sie die spießige Nachbarschaft, die nur zu schnell bereit ist, von Sophie das Schlimmste anzunehmen. Ein fesselnder Kriminalroman, dessen untergründige Spannung ihn bis zum unerwarteten Ende lesenswert macht.

RADIO BERG BUCHTIP. Sendedatum: 14.03.1999 in "Treff nach Neun".


Meisterhaft geschrieben

Mit ihrem vierten Kriminalroman ist Susanne Mischke ein Werk voller Witz und Bosheit gelungen. Die Hauptfigur im Roman "die Eisheilige" ist eine ganz Stille. Aber stille Wasser sind bekanntlich tief. Sophie besitzt viele Talente. Beispielsweise verwandelt sie mit ihren Kleiderkreationen die farblosesten Nachbarinnen in echte Schönheiten. Sie ist zudem eine geschickte Tierpräparatorin. Ihr Ehemann Rudolf aber - wesentlich älter und von Beruf Lehrer - lässt keine Gelegenheit aus, seiner Frau Dummheit vorzuwerfen. Sophie ist funktionale Analphabetin. Jahrelang lässt sie sich die Unterdrückungen ihres Mannes gefallen. Mit wachsendem Zuspruch wird Sophie aber immer eigenständiger - auch als Ehefrau.

 

Unterhaltsam, boshaft, tragisch, nachdenklich aber auch spannend ist Susanne Mischkes Roman. Er beschäftigt sich mit den Untiefen der Ehe und den Rachegelüsten der Ehefrauen. "Warum haben Sie ihren Mann nicht als vermisst gemeldet?" wird Sophie Kamprath gefragt, nachdem dieser bereits drei Wochen verschwunden ist. "Weil ich ihn nicht vermisst habe", ist die völlig logische Antwort darauf. Strafbar sei es ja nicht, jemanden nicht zu vermissen. Mit spitzer Feder karikiert die Autorin die spießige Nachbarschaft, welche nur zu schnell bereit ist, von Sophie das Schlimmste anzunehmen. Ein fesselnder Kriminalroman - er könnte auch als mysteriöser Psychothriller durchgehen - mit untergründiger Spannung bis zum unerwarteten Ende und meisterhaft geschrieben.

Cornelia Forrer, Medienschule Schweiz im Mai 2003


Gelungener neuer Roman

"Der Teufel soll ihn holen", murmelt Sophie, als ein Mann vom Gerüst in ihr Rosenbeet pinkelt. Wenig später liegt der Kerl tatsächlich tot im Garten. Das ist nur der Anfang einer Reihe höchst mysteriöser Todesfälle in ihrer Nachbarschaft. Sophie hat viele Talente: Sie entwirft traumhaft schöne Kleider und präpariert Tiere -

 

aber kann sie auch Menschen den Tod wünschen?
Die Gerüchteküche brodelt, und besonders mulmig ist ihrem Ekel von Ehemann zumute. Susanne Mischke wirft in ihrem gelungenen neuen Roman einen bitterbösen Blick hinter die Fassade einer Vorstadtidylle.

TV-Movie 20/1998


Fesselnder Kriminalroman und hinreißendes Gesellschaftsstück in einem

"Die Eisheilige" erzählt von den Untiefen der Ehe und den Rachegelüsten einfallsreicher Ehefrauen. Susanne Mischke hat mit ihrer Sophie Kamprath eine Frau geschaffen, die mit verblüffender Phantasie und viel

 

Eigensinn durchs Leben geht. Die Eisheilige ist fesselnder Kriminalroman und hinreißendes Gesellschaftsstück in einem, voller Witz, Bosheit und augenzwindkerndem Hintersinn.

Lesen & Leute 4/1998


Spielraum für Phantasie und Spekulation

Susanne Mischke hat ... eine Krimi zum Mitraten geschrieben. Ein Buch, das man oft und gerne unterbricht, um nachzudenken oder — wie war das noch gleich? — zurückzublättern, um sich interessante Details nochmals vor Augen zu führen. Ein raffiniert

 

konstruiertes Stück Literatur mit viel Spielraum für Phantasie und Spekulationen. Es gelingt der Autorin sogar, den leser noch nach der Lektüre der letzten Seiten zurückzulassen, ohne dass er sich um eine "Lösung" betrogen fühlt.

Donaukurier


Susanne Mischkes Romane sind eine echte Konkurrenz zu denjenigen von Ingrid Noll.

Modeblatt Zürich 01.10.1998

 

Und plötzlich dreht Sophie den Spieß herum

Die Autorin Susanne Mischke hatte bereits in ihrem Roman "Mordskind" unter Beweis gestellt, daß sie ihre Geschichten gerne mit einer gewissen Portion Bosheit anreichert. Da ihr Ironie ebenfalls nicht fremd ist, ist ihr auch mit ihrem neuen Buch "Die Eisheilige" ein unterhaltsame Lektüre gelungen, die sich zwischen Kriminalroman und Gesellschaftssatire bewegt.

Berliner Morgenpost, 20.07.1998